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Zahnarzt Emrah Özdemir Mitbegründer von Evdiş · Sakarya, Türkei
Architektonische Außenansicht des Klinikgebäudes von Evdiş mit vertikalen Lamellen und Glasfassade

Ästhetik und Prävention in der Zahnmedizin

Die Haltung von Zahnarzt Emrah Özdemir, in seinen eigenen Worten

„Von jenem Tag an lautete die Frage, die ich mir stellte, nicht mehr ‚Wie verschönere ich diesen Zahn?‘, sondern ‚Wie schütze und verschönere ich diesen Zahn, indem ich ihn so wenig wie möglich berühre?‘“

— Zahnarzt Emrah Özdemir (aus dem Türkischen übersetzt)

Diese Seiten stellen den Ansatz von Zahnarzt Emrah Özdemir zusammen, der Ästhetik und präventive Zahnmedizin miteinander verbindet – formuliert in seinen eigenen Sätzen. Zuerst das Gewebe zu schützen, danach die Natürlichkeit zu suchen und mit dem Patienten im Gespräch zu bleiben, wird bei Evdiş, dessen Mitbegründer er ist, zu einer gemeinsamen Arbeitskultur.

Zahnarzt Emrah Özdemir bei der Arbeit mit dem Operationsmikroskop

„Ein Zahnarzt ist jemand, der einen Verlust vorhersehen kann, den der Patient selbst noch nicht spürt.“

— Zahnarzt Emrah Özdemir (aus dem Türkischen übersetzt)

Zahnarzt Emrah Özdemir berichtet, dass er die Zahnmedizin an der Universität vor allem als Reparieren kennengelernt hat. Dieser Ansatz, der das Bewahren vor das Behandeln stellt, ist ein bekannter und anerkannter Weg in der Zahnheilkunde; auf diesem Weg hat auch er seine eigene Praxis aufgebaut. Was fehlt, lässt sich mit einem geeigneten Material ergänzen, doch gesunden Zahnschmelz, der einmal vom Zahn abgetragen wurde, kann kein Material zurückbringen. Dieser Abschnitt führt die Entwicklung vom Reparieren zum Bewahren und seine Sicht auf das Mikroskop als Denkweise zusammen. Er gibt in seinen eigenen Sätzen wieder, was er jungen Kolleginnen und Kollegen über Gewebeerhalt und Geduld mitgibt.

An der Fakultät haben wir die Zahnmedizin größtenteils als Reparieren gelernt: Karies entfernen, Füllung legen, Abgebrochenes überkronen. Karies entfernt man einmal; wenn man aber gesunden Zahnschmelz einmal abträgt, ist dieser Zahn ein anderer Zahn.

Unter Vergrößerung sieht man, wie rau ein Füllungsrand in Wirklichkeit ist, den man mit bloßem Auge für „sauber“ gehalten hat. Das beunruhigt einen zunächst und macht einen dann zu einem besseren Zahnarzt. Die Bewegung der Hand wird kleiner, Entscheidungen werden klarer. Ich betrachte das Mikroskop nicht als ein Gerät, sondern als eine Denkweise: erst vergrößern, dann entscheiden.

Die größten Feinde eines jungen Zahnarztes sind Eile und Selbstüberschätzung; beides endet damit, dass zu viel Zahnsubstanz abgetragen wird. Schau zuerst hin: vergrößern, trocknen, noch einmal hinschauen; sei dir dessen sicher, was du siehst, bevor du entscheidest. Füge dann hinzu, statt wegzunehmen: Wenn du ein Problem durch das Hinzufügen von Material lösen kannst, denke nicht einmal daran, den Zahn zu beschleifen; das Wegnehmen bleibt immer eine offene Tür, es gibt keinen Grund zur Eile. Übe Geduld nicht als Charaktereigenschaft, sondern als handwerkliche Fertigkeit; auf eine Kompositschicht zu warten, der Politur noch einen weiteren Durchgang zu geben, das provisorische Mock-up eine Woche im Mund zu belassen – all das ist Geduld, und all das bewirkt einen messbaren Unterschied.

Behandlungsraum und Behandlungseinheit bei Evdiş

Für Zahnarzt Emrah Özdemir gibt es keine feste Formel für ein natürliches Lächeln, wohl aber Spuren, die sich im Gesicht ablesen lassen. Die Mittellinie, das Verhältnis der Schneidekanten zur Lippe, der Zahnfleischverlauf und das Alter des Patienten gehören zu den Kriterien, die er beim Betrachten eines Lächelns liest; den Goldenen Schnitt versteht er dabei als Kompass. Dieser Abschnitt schildert aus seiner eigenen Erzählung das Bestreben nach einem Smile Design, ohne gesunden Zahnschmelz anzutasten. Er fasst zusammen, wie er die Entscheidung zwischen Keramik und Komposit nicht vom Material her, sondern ausgehend vom Zahn, vom Patienten und von der Natürlichkeit trifft.

Blick auf das Smile Design

Wenn ich in das Gesicht eines Patienten blicke, lese ich zuerst die Gesichtsmittellinie; danach achte ich darauf, ob der Bogen, den die oberen Schneidekanten beim Lächeln zeichnen, der Unterlippe folgt. Der Goldene Schnitt ist ein Kompass, kein Lineal; jedes Gesicht trägt seine eigene Proportion in sich. Die Transluzenz einer zwanzigjährigen Schneidekante und die Textur eines fünfzigjährigen Zahns sind nicht gleich und sollten auch nicht gleich sein.

Es hat mich immer gestört, wenn ein Zahn, dessen Form oder Farbe sich mit einem kleinen Eingriff korrigieren ließe, allein deshalb beschliffen wird, weil „das Protokoll es so vorsieht“. Die Spritzgusstechnik (Injection Molding) hat mir einen Weg eröffnet, ohne Beschleifen zu arbeiten: Wir entwerfen zuerst die neue Form, fertigen eine transparente Schablone an und tragen fließfähiges Komposit auf den Zahn auf. Der Zahn wird nicht verkleinert; das Fehlende wird ergänzt.

Keramik und Komposit sind keine Konkurrenten, sondern zwei Werkzeuge für dasselbe Ziel; die Entscheidung geht vom Zahn und vom Patienten aus, nicht von der Gewohnheit des Zahnarztes. Ich prüfe, wie viel Veränderung nötig ist, in welchem Zustand sich der Zahn befindet, welche Kaukräfte wirken, wie alt der Patient ist und welche Pflegegewohnheiten er hat. All das lege ich gemeinsam mit dem Patienten auf den Tisch; ich suche nach dem Material, das dem Leben dieses Patienten die geringste Last auferlegt.

Der Ablauf, bei dem der Patient das Ergebnis durch digitales Smile Design und ein provisorisches Mock-up im Mund vorab sehen kann, wird im Abschnitt Umgang mit Patienten beschrieben.

„Und dann gibt es die kleinen Unregelmäßigkeiten, die die Handschrift der Natur sind: eine leichte Rotation, feine Unterschiede an den Kanten. Wenn man sie alle auslöscht, entsteht kein Zahn, sondern eine Klaviertaste.“

— Zahnarzt Emrah Özdemir (aus dem Türkischen übersetzt)

Häufig gestellte Fragen

Wie bleibt die Natürlichkeit beim Smile Design erhalten?
Die Gesichtsmittellinie, der Verlauf der oberen Schneidekanten entlang der Unterlippe und eine dem Alter des Patienten entsprechende Transluzenz werden gemeinsam beurteilt. Der Goldene Schnitt dient dabei als Kompass und nicht als Lineal; kleine Unterschiede, die die Handschrift der Natur bilden, werden nicht vollständig ausgelöscht.
Lässt sich ein Lächeln verändern, ohne die Zähne zu beschleifen?
Bei gesunden Zähnen, deren Form oder Farbe sich durch einen kleinen Eingriff korrigieren lässt, kann mithilfe der Spritzgusstechnik (Injection Molding) ohne Substanzabtrag gearbeitet werden. Die neue Form wird zunächst entworfen, und anschließend wird fließfähiges Komposit durch eine transparente Schablone aufgetragen, um das Fehlende zu ergänzen.
Keramik oder Komposit?
Keramik und Komposit sind keine Konkurrenten, sondern zwei Werkzeuge für dasselbe Ziel; die Entscheidung ergibt sich aus dem Zahn und dem Patienten, nicht aus der Gewohnheit des Zahnarztes. Unter Berücksichtigung des notwendigen Veränderungsumfangs, der vorhandenen gesunden Schmelzmenge, der Kaukräfte, des Alters und der Pflegegewohnheiten wird das Material gewählt, das das Leben des Patienten am wenigsten belastet.

Klinikflur bei Evdiş

Zahnarzt Emrah Özdemir betrachtet das Gespräch mit dem Patienten als festen Bestandteil der Behandlung und rät dies auch seinen jungen Kolleginnen und Kollegen. Wenn eine Erwartung über die biologische Grenze hinausgeht, hört er zunächst zu und zeigt anschließend mithilfe von digitalem Design und einem provisorischen Mock-up im Mund das mögliche Ergebnis. Danach erläutert er offen, wie viel Gewebe geopfert werden müsste und wie die Pflege über die Jahre aussieht. Dieser Abschnitt gibt in seinen Worten wieder, welchen Stellenwert das persönliche Gespräch mit jedem Patienten für ihn hat und warum es zur Zahnmedizin gehört, zum Wohl des Patienten nötigenfalls eine Grenze zu ziehen.

Zuerst höre ich zu, denn hinter dem Satz „Ich möchte sehr weiße Zähne“ verbirgt sich oft etwas anderes: seit Jahren aus Scham nicht frei zu lächeln oder sich auf einem Foto nicht zu gefallen. „Das geht nicht“ zu sagen, ohne dieses Bedürfnis verstanden zu haben, ist keine Heilkunst. Ich betrachte das Gespräch mit dem Patienten als Teil der Behandlung; eine Arbeit, die ausgeführt wird, ohne seine Erwartung zu verstehen, ist – so makellos sie handwerklich auch sein mag – ein Misserfolg.

Danach zeige ich es: Digitales Smile Design und eine provisorische Einprobe im Mund geben uns die Möglichkeit hinzuschauen, statt nur darüber zu reden; was künstlich wirkt, verrät sich im Gesicht von selbst. Anschließend erkläre ich offen, wie viel gesundes Gewebe geopfert werden müsste, wie das Zahnfleisch reagieren wird und welcher Pflegeaufwand nach zehn Jahren entsteht. Mit einem Patienten, der auf Grundlage von Wissen entscheidet, treffen wir uns meist auf einer maßvolleren Linie.

Gute Zahnmedizin braucht Zeit; sich mit jedem Patienten hinzusetzen und zu sprechen, lässt sich nicht nach der Logik einer Massenproduktion erledigen. Wenn der Patient eine übermäßig weiße und makellose Form im eigenen Gesicht sieht, tritt er oft von selbst einen Schritt zurück. Bleibt dennoch ein Wunsch bestehen, der die biologische Grenze überschreitet, ist es nicht mein Recht, sondern meine Pflicht, diese Arbeit abzulehnen. Man muss dem Patienten freundlich sagen können: „Das mache ich nicht, weil es Ihnen schaden würde.“

„Auch Nein zu sagen ist eine Behandlungsoption.“

— Zahnarzt Emrah Özdemir (aus dem Türkischen übersetzt)

Außenfassade des Klinikgebäudes von Evdiş

Zahnarzt Emrah Özdemir ist einer der Mitbegründer von Evdiş. Er beschreibt die Klinik nicht als einen Ort, der am Schreibtisch geplant und an einem einzigen Tag errichtet wurde, sondern als einen Ort, der mit viel Mühe, Patient für Patient, Raum für Raum gewachsen ist. Die Kultur von Evdiş ist nicht aus einem Regelwerk entstanden, sondern aus dem, was Zahnärzte, die am selben Tisch arbeiten, jeden Tag voneinander lernen. Dieser Abschnitt stellt aus seinen eigenen Sätzen zusammen, wie der schonende Umgang mit Gewebe, Geduld und das Zusammenspiel von digitaler Planung und Handarbeit bei Evdiş zu einem gemeinsamen Standard wurden.

Ich habe mir eine Klinik vorgestellt, in der sich der Patient wie zu Hause fühlt und der Zahnarzt seine Arbeit mit Geduld ausüben kann. Daher stammt auch der Name: Evdiş. Es ist kein Ort, der am Reißbrett geplant und an einem Tag gegründet wurde; er ist Stück für Stück, Patient für Patient, Raum für Raum gewachsen.

Zahnarztangst ist etwas Reales; man begegnet ihr nicht, indem man sie herunterspielt, sondern indem man die Umgebung und die Zeit bewusst gestaltet. Unter dem Mikroskop zu arbeiten und die Spritzgusstechnik korrekt anzuwenden, erfordert Zeit; wenn man dem Zahnarzt diese Zeit und diese Ausstattung nicht gibt, kann man von ihm keine Geduld erwarten. Der Kern unserer Kultur hat sich nicht verändert: ehrlich gegenüber dem Patienten, sparsam im Umgang mit dem Gewebe, geduldig miteinander.

Digitale Abformung und Designsoftware haben uns Messbarkeit, Reproduzierbarkeit und die Möglichkeit gegeben, dem Patienten das Ergebnis vorab zu zeigen. Eine Maschine hält die Präzision im Submillimeterbereich beständiger ein als ich; aber eine Maschine weiß nicht, was schön ist. Wir fertigen die Schablone aus dem digitalen Entwurf und gestalten die Kompositschichten sowie die Ausarbeitung von Hand unter dem Mikroskop. Ich setze Technologie nicht ein, um den Patienten zu beeindrucken, sondern um Fehler zu verringern.

„Das Digitale plant und misst, die Hand interpretiert und vollendet.“

— Zahnarzt Emrah Özdemir (aus dem Türkischen übersetzt)
Porträt von Zahnarzt Emrah Özdemir in der Evdiş-Klinik

Zahnarzt Emrah Özdemir · Mitbegründer von Evdiş

Ursprünglich aus Bursa; geboren 1976 in Oltu (Erzurum). Verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine berufliche Praxis baute er auf mikroskopgestützter präventiver Zahnmedizin und einem Designverständnis auf, das gesunden Zahnschmelz so wenig wie möglich berührt.

Ausbildung
Universität Ankara, Fakultät für Zahnmedizin (1992–1997)
Tätigkeitsbereich
Ästhetische, digitale und präventive Zahnmedizin
Klinik
Evdiş Ağız ve Diş Sağlığı (Sakarya, Türkei)